ROGER BALLEN

Mit seiner zwischen Dokumentation und Fiktion changierenden Bilderwelt, nachhaltig verstörend und bestechend zugleich, gehört Roger Ballen zu den eigenwilligsten und prägendsten Fotografen seiner Generation. 1950 in New York geboren, lebt und arbeitet er seit vielen Jahren in Südafrika.

Ballens Faszination für das Groteske und Abgründige spiegelt sich bereits in seinen frühen Fotografien wider. Zwischen 1969 und 1973 entstanden, nehmen sie Merkmale späterer Serien wie die Fragmentierung des Sujets oder seine Isolierung vor weißen Wänden vorweg. Nach dem Tod seiner Mutter 1973 unternahm er, begleitet von seiner Kamera, eine mehrjährige Weltreise, die ihn durch Europa, Asien und Afrika führte.

Zurück in den USA absolvierte er ein Studium an der Colorado School of Mines und zog 1981 nach Johannesburg, wo er als Geologe zu arbeiten begann. Auf seinen Fahrten durch das Land entdeckte er die Dorps, jene dörflichen Gemeinden, in denen bis heute Nachfahren der Buren leben. Es waren weiße Tagelöhner, Dienstboten, Händler sowie Feld- und Mienenarbeiter, die Ballen in ihren verwahrlosten Behausungen aufsuchte und fotografierte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zur „herrschenden Klasse“ fristeten diese Menschen in der kargen Landschaft des „Platteland“ (flaches Land) ein isoliertes, trostloses Dasein in bitterster Armut und fern der Zivilisation.

In Outland (2001) werden die Porrätierten zu Akteuren in absurden Rollenspielen. Requisiten wie Kabel, Rohre und Masken, aber auch Tiere wie Hunde, Katzen und Schweine werden gehalten und vorgezeigt.

In Shadow Chamber (2005) existiert der Mensch oft nur noch in Fragmenten. Vom Künstler gefertigte Zeichnungen und Objekte erobern ihren Platz. Weniger der äußeren als der inneren Welt verpflichtet, führt die Serie in verborgenes Terrain und dunkle Zonen des Lebens. Diese Suche nach dem Unterbewussten, das nicht selten albtraumhaft erscheint, setzt Ballen mit Boarding House (2009) und seiner jüngsten Serie Asylum fort.

Der Künstler begreift jede Fotografie als Teil des Selbst und damit als Ausweitung der eigenen Person. Das Fotografieren gleicht einer Entdeckungsreise in die eigene Psyche: ‟The older I get the more I need to get to the source, the place where dreams originate, the source of the psyche."

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