FERDINAND SCHMUTZER

Portraits

Das Portfolio ist in einer limitierten Edition von 45 erhältlich und beinhaltet je 15 Silbergelatineabzüge, seleniumgetont, in den Größen 13 x 18 und 18 x 24 cm, in Passepartouts aus säurefreiem Museumskarton, in einer hochwertigen Leinenkassette.  

Die Fotografien dieser Edition wurden von den Original-Glasnegativen aus dem bisher unveröffentlichten Nachlass von Ferdinand Schmutzer angefertigt. Negative: Original-Glasplatten 9 x 12 cm bis 18 x 24 cm

Das Portfolio ist um € 7.800 erhältlich. 

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Fotoportraits

Fast alle erst kürzlich entdeckten Fotoporträts weisen Schmutzer als einen hochbegabten Fotografen aus, der über eine hervorragende Licht- und Schattentechnik verfügte. Der Künstler hat eine Reihe von wichtigen Persönlichkeiten aus der Wiener großbürgerlichen Gesellschaft, aus Kunst und Kultur, wie auch aus Politik und Wirtschaft porträtiert. Ebenso zählte der Adel und kaiserliche Auftraggeber zu seiner vielschichtigen Klientel. Bereits das um 1899 geschaffene Porträt des damals hochbetagten Aquarellmalers Rudolf von Alt stellt eine Meisterleistung fotografischer Bildgestaltung dar. Desgleichen bringt Schmutzer im Ganzporträt von Karl Wittgenstein die würdevolle Erscheinung des großen Kunstförderers und Vaters des Philosophen Ludwig Wittgenstein voll zur Geltung. In Arthur Schnitzler begegnen wir hingegen einem ernst und etwas mürrisch dreinblickenden Dichter, während uns Felix Salten süffisant entgegenblickt. Im Hause Schmutzer gab es nicht nur gesellschaftliche Zusammenkünfte, sondern auch Hausmusikabende, zu denen oft berühmte Künstler eingeladen wurden, wie uns das sehr verinnerlichte Bild des Cellisten Pablo Casals zeigt. Die Aufnahme des Violinisten Fritz Kreisler wiederum erinnert an die frühe Porträtkunst von Nadar, des bekannten französischen Porträtfotografen des 19. Jahrhunderts. Eine besonders elegante Erscheinung tritt uns im Porträt des Komponisten Richard Strauss entgegen, während die Fröhlichkeit im Porträt von Leo Slezak ansteckend wirkt und uns den großen Sänger sehr nahe bringt.

Eines des besten Porträts von Schmutzer ist das Bild von Albert Einstein. In diesem Werk gelang es dem Künstler die Natürlichkeit und heitere Gelassenheit des großen Physikers in die Fotografie zu übertragen. Einen Kontrast dazu bildet das Porträt von Sigmund Freud, dessen durchdringender wie auch trauriger Blick den Betrachter nicht mehr loslässt. Ein eindrucksvolles und beängstigendes Porträt stellt das Bildnis des Vaters von Ferdinand Schmutzer dar. In dieser Fotografie hat der Künstler »was äußerlich nicht zu sehen ist, das Transzendentale der Realität« mit seiner Kamera festgehalten. Viel mehr über den Status des Dargestellten als über dessen Persönlichkeit verrät die Aufnahme des deutschen Kaisers, Wilhelm II., den Schmutzer mit Pathos und steifer Würde darstellt. Weitaus schlichter gehalten hingegen ist das Porträt von Kaiser Karl I., das wahrscheinlich nur wenige Monate nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. aufgenommen wurde.

 

Biografie

Ferdinand Schmutzer entstammte einer Wiener Künstlerfamilie. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien zuerst Bildhauerei, dann Malerei, wandte sich aber bald der Radiertechnik zu, in die er von seinem Lehrer, William Unger an der Kunstakademie eingeführt wurde. Ein Staatsreisestipendium (Rompreis) ermöglichte ihm einen zweijährigen Aufenthalt in Holland (18941896). Schon damals scheint Schmutzer neben dem Zeichenblock auch den Fotoapparat verwendet zu haben, um seine Eindrücke festzuhalten. Leider hat sich der Künstler über das Medium Fotografie immer ausgeschwiegen. Es ist jedoch anzunehmen, dass seinen Porträtradierungen immer Fotostudien vorausgegangen sind, da die Körper- und speziell die Kopfhaltung der Fotovorlage oft mit der Portätradierung übereinstimmt.

Ferdinand Schmutzer war nicht nur ein anerkannter Radierer und Kupferstecher, sondern auch ein überaus begabter Fotograf. Die Art, wie er die Perspektive, die Licht- und Schattenverteilung einsetzt, beweist, daß technisches Können, große Handfertigkeit und künstlerische Sensibilität bei ihm zu einer Einheit verschmolzen sind. Als Rektor der Akademie der bildenden Künste in Wien (19221924) blieb er zwar der Tradition verpflichtet, gab aber mit großem Engagement sein Können an die Kunststudenten weiter. 

Anna Auer, Präsidentin der European Society for the History of Photography (ESHPh) 

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