FOTOGRAFIE UND MALEREI IM DIALOG

Im Rahmen der Ausstellung »DAVID LACHAPELLE. Once in the Garden« präsentiert die Bibliothek OstLicht die Fotobuchausstellung »Malerei und Fotografie im Dialog«. Ausgehend von LaChapelles titelgebendem Sujet, in dem sich der Fotograf auf das berühmte Gemälde »Der Garten der Lüste« (um 1500) von Hieronymus Bosch bezieht, soll die rege Wechselbeziehung von Malerei und Fotografie seit Erfindung des fotografischen Mediums vor 175 Jahren beleuchtet werden.

Besonders die KünstlerInnen des Piktorialismus waren es, die sich stark an Malerei orientierten. VertreterInnen dieser Strömung, wie Heinrich Kühn oder Edward Steichen, waren regelrechte Meister der Gummidruck-Technik. Diese grobkörnigen, sehr atmosphärischen Aufnahmen erzeugten eine malerische Stimmung, deren augenscheinlichen Anleihen an den Impressionismus, Naturalismus oder auch Symbolismus, ein bewusstes Stilmittel waren. Umgekehrt entpuppte sich aber auch die Erfindung der Fotografie für die Disziplin der Malerei als fruchtbarer und zukunftsweisender Einfluss. MalerInnen wie beispielsweise Pierre Bonnard waren von ihren Amateurfotografien so begeistert, dass sie diese häufig als Motive für ihre Malerei heranzogen. Alfons Mucha malte seine Gemälde ausschließlich nach seinen inszenierten Fotografien. Die Fotografie brachte somit eine neue Form der Ästhetik in die Malerei.

Übergänge und Grenzen zwischen den unterschiedlichen Kunstdisziplinen und -formen sind oftmals fließend – so auch bei der Fotografie, die seit jeher in regem Austausch steht: Von der Collage bis zur Skulptur werden sämtliche Genres der Bildenden Künste immer wieder in fotografischen Arbeiten reflektiert und adaptiert. Die KünstlerInnen der Moderne setzten in ihrer fotografischen Arbeit u.a. auf surrealistische Verfremdung und kubistische Techniken. Arbeiten von Jeff Wall, Joel Peter Witkin oder Cindy Sherman mit ihren „History Portraits“ wären ohne die bewussten Bezüge zur Kunstgeschichte in dieser Form wohl nicht entstanden. Auch die Tableaux Vivants von Pierre et Gilles oder die Stillleben eines Olivier Richon sind stark von diesem Wechselgefüge der unterschiedlichen Medien geprägt. Umgekehrt sind aber auch die Einflüsse beispielsweise von Edward Hoppers realistischer Malerei auf die New Color Photography nicht zu leugnen.

Die Fotobuchausstellung zeigt eine Vielzahl an Katalogen, die sich mit eben jenem spannungsreichen Ausstausch zwischen Malerei und Fotografie beschäftigen sowie zahlreiche Bücher der oben genannten KünstlerInnen.

Kuratiert von Michael Kollmann

Foto: Michael Kollmann
Foto: Michael Kollmann
Foto: Michael Kollmann

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